Kanutour in Duisburg – Bericht

In Erwartung eines entbehrungsreichen Wochenendes mit karger Selbstverpflegung und harten Armeebetten machten sich 6 Mutige am 16.09.2011 auf den Weg nach Duisburg. Unsere 3 Organisatoren waren bereits vorgefahren und erwarteten uns in ihrem Wanheimer Kanu-Club e. V.

Statt eines kleinen Bootshauses überraschte uns ein großes, liebevoll gestaltetes Gelände direkt an der Rhein-Promenade mit eigener Rhein-Terasse, mehreren Vereinsgebäuden inkl. Schlafräumen, angeschlossener Gastronomie und zwei Pools, die sich als Trainingsbecken entpuppten. Statt Selbstverpflegung hatten die Organisatoren im gemütlichen Gastraum ein umfang- und abwechslungsreiches Abendbrot vorbereitet und auch für die Folgetage war bereits bestens vorgesorgt. Der Kassierer im nahegelegenen Supermarkt hielt die 3 (!) vollen Einkaufswagen am Vortag zunächst für einen Scherz, freute sich dann aber über das unerwartete Umsatzplus.

Nach einem unterhaltsamen Abend gingen wir früh zu Bett, um am nächsten Morgen ausgeschlafen und voller Tatendrang aufzuwachen. Das Frühstück war bereits wieder gedeckt und ähnlich umfangreich wie das Abendessen – so langsam begannen wir uns um unseren BMI zu sorgen. Dann ging es los ins Bootlager, wo wir uns Kanus aussuchen konnten. Zur Wahl standen Einer, Zweier und Vierer. Nach dem Verladen der Boote auf den Anhänger fuhren wir zur nahe gelegenen 6-Seen-Platte. Die meisten von uns hatten inmitten der Duisburger Industrielandschaft ehrlich gesagt nicht mit so einem schönen „Fleckchen“ Natur gerechnet. Es entstammt einem ehemaligen Kiesabbaugebiet, welches zu einem weiträumigen Wassersport- und Naherholungsgebiet renaturiert wurde.

Am See angekommen bestand die erste Herausforderung im „Wasserlassen“ und Besteigen der Boote. Mit tatkräftiger Hilfe schafften es alle, ohne nass zu werden. Dann kam gleich die nächste Hürde: einmal quer über den See und dabei den Segelbooten nicht in die Quere kommen. Wer es noch nicht wusste, erfuhr, dass es auf dem Wasser nicht nach Größe, Stärke, Schnelligkeit oder gar Können geht. Segler haben als Wind-getriebene Fahrzeuge auch vor Kanus Vorfahrt. Beim Überqueren des Sees lernten die Einer-Kanuten schnell, dass es gar nicht so ohne ist, ein Kanu einfach nur geradeaus zu lenken. Mal abgesehen vom auszugleichenden Wind und der unterschiedlichen Strömung will beim Paddeln auch der gleichmäßige Krafteinsatz zu beiden Seiten gelernt sein. Nach einigen unfreiwilligen, dafür aber sehr spaßigen 360°-Pirouetten schafften wir es aber alle auf die andere Seite. Dann ging es auch gleich weiter unter einer Brücke hindurch auf den nächsten See. Dabei konnten wir staunend beobachten, wie 3 Segler es schafften, selbst in der geschätzt nur 10m breiten Durchfahrt noch nebeneinander hin und her zu kreuzen.

In Ufernähe mit Blick auf die gerade stattfindende Segelregatta ging es dann um den See herum. So langsam wurden die Arme schwer und wir ahnten, warum wir vor der Abfahrt Lunchpakete mit Muffins, Müsliriegeln, Äpfeln und Wasser gepackt hatten. Auf der anderen Seeseite angekommen, gab es dann auch die verdiente Pause. Diese nutzten wir nicht nur für eine kleine Stärkung, sondern auch für einen kurzen Landausflug zum nahe gelegenen Aussichtsturm mit Rundum-Blick über das gesamte 6-Seen-Gebiet.

Nach der Pause konnten wir auf dem Rückweg unsere Fertigkeiten in der Disziplin "Geradeaus-Paddeln" etwas verbessern. Der Wasserweg zurück über die beiden Seen viel dann schon etwas leichter. Das Anlegen und Aussteigen ging ebenfalls ohne Schwierigkeiten zügig vonstatten. Schließlich freuten sich alle schon auf den angekündigten Zwischenstopp in der Eisdiele neben dem Kanu-Club. Die Eisbecher dort waren wirklich lecker und wir fragten uns, wie wir bis zum geplanten Grillabend nur wieder hungrig werden sollten.

Einige Teilnehmer nutzten die anschließende Pause für ein kurzes Nickerchen oder Zeitungslektüre, andere für einen Spaziergang am Rheinufer. Den Abend verbrachten wir mit Blick auf den Rhein bei unerwartet schönem Wetter im Hof des Kanu-Clubs. Die Organisatoren hatten sich wie „befürchtet“ nicht lumpen lassen und eine große Auswahl selbst-mariniertes Grillfleisch und leckere Salate nach bewährten Familienrezepten vorbereitet. Am Ende eines eiweißreichen, entspannten und gemütlichen Abend ging es wieder ab in die Kojen.

Nach dem gewohnt ausgiebigen Frühstück stand am Sonntag dann der Ausflug auf den Rhein an. Das Verladen des 10-er Kanadiers auf den Anhänger war schnell erledigt. Anschließend fuhren wir nach Langst-Kiers ans Rheinufer, wo wir mit vereinten Kräften das Kanu ins Wasser brachten und uns flußabwärts in Richtung Duisburg aufmachten. Unser Steuermann versicherte uns, dass ihm in seiner langjährigen Vereinsmitgliedschaft noch nie ein 10-er Kanadier im Rhein gekentert wäre. So waren wir guten Mutes, als es auch gleich mal hieß, den Rhein zu überqueren. Für blutige Anfänger stellten wir uns, glaub ich zumindest, ganz gut an. Etwas mulmig wurde uns beim ersten größeren Rhein-Kahn, der entsprechende Wellen verursachte. Im Vergleich zu diesen endlos langen Riesen wirkt das eigene Boot auf einmal doch viel kleiner. Aber alles ging gut, unser Steuermann hielt das Kanu auf Kurs und so freuten wir uns von da an auf den Spaß mit den Wellen bei jedem neuen Kahn, den wir passierten. An der Uerdinger Brücke machten wir am Ufer halt und legten eine kurze Pause ein, natürlich mit den obligatorischen Lunchpaketen.

Die Sonne hielt entgegen der Vorhersagen auch den Rest der Fahrt durch und so kamen wir schließlich in bester Laune wieder an der Rhein-Terasse des Kanu-Clubs an. Dort wurden wir bereits mit Frikadellen, Kartoffelsalat und 4 (!) Sahnetorten erwartet. Da alle guten Vorsätze für dieses Wochenende eh schon hinüber waren, langten wir kräftig zu und stärkten uns für die Heimfahrt nach Aachen, die wir dann am frühen Abend antraten. Zusammenfassend kann man sagen, es war ein rundum schönes, abwechslungsreiches und gleichzeitig entspanntes Wochenende.

Wer unseren Verein schon kennt und den Text aufmerksam gelesen hat, wird schnell erraten haben, wer die Fahrt organisiert hat. ;-) Ich spreche sicher im Namen aller Teilnehmer, wenn ich Peter, Sebastian und Hannelore ein großes Dankeschön für die gute Planung, die Gastfreundschaft und last-but-not-least die super Verpflegung ausspreche. Hoffentlich gibt es bald eine neue Tour, auf der wir unsere Kanu-Fertigkeiten weiter vertiefen können.

Thomas S.

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